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Bilinguales Theater am Fichte: Le silence de la mer

Während der deutschen Besatzung in Frankreich, beschlossen eines Tages ein Zeichner, Jean Bruller, und ein Schriftsteller, Jean de Lescure, einen Geheimverlag zu gründen: „Éditions de Minuit“.

Die erste Ausgabe, „Le silence de la mer“ – das Schweigen des Meeres, wurde am 14. November 2019 im Rahmen einer Kooperation aus dem Lothringer Theater und dem Xenia-Theater im Hedwig-Kettler-Saal des Fichte-Gymnasiums aufgeführt.

Das bilinguale Theaterstück, oder viel mehr die Novelle, spielt im November 1940 in einem von Deutschen besetzten Dorf in Frankreich. Das Haus des Erzählers wird als Unterkunft für deutsche Soldaten eingesetzt, in welchem ein Offizier namens Werner von Ebrennac ein Zimmer bezieht. Mit seiner freundlichen und höflichen Art versucht er mit dem Erzähler und dessen Nichte ins Gespräch zu kommen. Tagtäglich erzählt er ihnen von seinem Tag, seinem ehemaligen Leben in Deutschland und seiner Liebe zu Frankreich. Er verabschiedet sich immer mit denselben Worten: „Je vous souhaite une bonne nuit“ – „Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht“.

Und so lehrt uns das Stück, welch ungeheure, letztlich unmenschliche Folgen die Verweigerung von Kommunikation haben kann. Und im Umkehrschluss: Kommunikation ist das Menschlichste, was wir haben. Sie zu verweigern kommt einem Akt der Selbstverstümmelung gleich – nicht nur der Offizier leidet, auch der Gastgeber und noch mehr seine Nichte, die den Gast vielleicht sogar charmant findet. Ihr einziges und letztes Wort lautet: „Adieu“. „Gehen Sie mit Gott.“

Es war ein sehr interessantes und faszinierendes Stück, welches das Publikum voll und ganz in seinen Bann zog. Nach einem tosenden Beifall der zum Nachdenken angeregten Zuschauer, beantworteten die Schauspieler Fragen und erzählten viele amüsante Anekdoten zur Entstehung des Stückes. Es war ein sehr gelungener Abend mit großartigen Schauspielern und einem angenehmen Publikum.

Ein großer Dank gilt den Schauspielern des Lothringer Theaters und des Xenia Theaters für ihre Darbietung, dem Kulturbüro der Stadt Karlsruhe sowie Frau Lanske, die die Aufführung des Stückes an unserer Schule ermöglichte.  

Laetitia Bejaou, Laetitia (10a) – PKM-AG, för