Das französisch-bilinguale mint-freundliche Karlsruher Gymnasium
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Donnerstag 23 Okt 2014
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Musischer Abend: Klappe die zweite

Auch die zweite Auflage des Musischen Abends am Fichte-Gymnasium,

die am 6. Juli im Musiksaal die Reihen füllte, unterhielt, überraschte und gefiel.

Nach einem heiteren Einstieg mit M. Clementis Walzer in G-Dur, vorgetragen von Samira Schwaninger (7a) am Klavier führte Fritzi Sauerteig das Programm weiter - diesmal nicht mit der Querflöte, sondern ebenfalls am Klavier. Es erklang das weltberühmte C-Dur-Präludium von J.S. Bach.

Die leichte, beschwingte Atmosphäre des Anfangs wurde dann wieder aufgenommen mit einem Walzer für Violine von J. Brahms: Mutig präsentierte Helin Aslan (9a) das Stück ohne Begleitung, was der Darbietung keinen Abbruch tat.

Der vierte Programmpunkt des Abends, das Impromptu op. 90, Nr. 3 von F. Schubert, knüpfte an die schwebende, träumerische Atmosphäre des Präludiums von Bach an. Sophia Heidecker (9b) arbeitete kleine Details liebevoll heraus und gestaltete die großen Bögen klar und deutlich. Auch rhythmisch und harmonisch komplexe Passagen blieben durch den differenzierten Vortrag transparent. Mag sein, dass die hohe musikalische Intensität auch dadurch gelang, dass Sophia auswendig gespielt hat; ihr Beitrag war jedenfalls vom ersten bis zum letzten Ton ein einziger Genuss.

Organisch schloss sich die folgende Darbietung an: Michael Drescher (7c) und Fabian Gadelmeyer erfreuten das Publikum mit zwei Sätzen aus der Sonatine für Violine und Klavier in D-Dur, op. post. Nr. 1 von Franz Schubert. Ein Zwiegespräch der besonderen Art: Es war faszinierend, wie harmonisch und aufeinander abgestimmt die beiden musizierten. Auch diese Darbietung glänzte durch feine Nuancen, kraftvolle Passagen und zahlreiche Klangfarben.

Der zweite Vortrag des talentierten jungen Geigers wurde von seiner Mutter am Klavier begleitet: das Allegro moderato aus dem Violinkonzert Nr. 1 in G-Dur von J. Haydn. Er war ein voller Genuss. Klangkaskaden perlten durch den Raum, mehrstimmige Passagen brachten Fülle und die abwechslungsreiche Gestaltung riss das Publikum mit.

Die beiden folgenden Beiträge brachten F. Chopin zu Gehör, und wieder staunte das Publikum nicht schlecht über die hohe Qualität: Charlotte Meier (7b) zeigte in der Etüde op.10, Nr. 9 durch ihr freies und intensives Spiel, wie viel Klang in einem Flügel stecken kann. Ebenso farbenreich und lebendig präsentierte Johanna Anton (7b) den Walzer op. 64, Nr. 2. Das gebannt lauschende Publikum war begeistert.

Der zweite Teil des Programms wurde eröffnet vom jüngsten Künstler dieses Abends: Trotz einer Verletzung am Finger griff Ferdinand Pietsch aus der 5a zur Posaune, um begleitet von Christine Jörger die Sonata in F-Dur von B. Marcello zu Gehör zu bringen. Wie gut – das Publikum hätte sonst einen warmen, überraschend flexiblen und kraftvollen Posaunenklang verpasst!

In ganz andere, moderne Klangwelten entführte nun Meike Rausch (9a) das Publikum mit einem fast meditativen Stück von L. Einaudi. Sanft, zart und doch voll Energie entfaltete das Stück durch schlichte, klare Formen und unerwartete Wendungen seine Wirkung, eben wie eine Blüte, „Come un fiore“. Was hätte als Begleitung besser gepasst als die sommerlichen Pfiffe der Mauersegler, die durchs geöffnete Fenster hinein klangen?

Eine ähnliche Stimmung zauberten Lea Reiter (7a) und Leila Furrer (6a) gemeinsam am Klavier hervor mit „My heart will go on“.

David Kaufmann (9a) folgte mit Gitarre und Gesang den Spuren von Oasis und präsentierte „Wonderwall“.

Zur sommerlichen Atmosphäre passten auch die beiden folgenden Stücke sehr gut – als Ort wären der Schulhof oder der Ludwigsplatz ideal gewesen – Teresa Bach (9a), Myrto Zarzalis und Martin Koller kombinierten gekonnt Gesang, Gitarre, Klavier und Cajon. Bei „Crazy little things“ von F. Mercury kamen ganz besonders die Singstimmen zur Geltung, und „Falling slowly“ von G. Hansard wurde durch den Einsatz der Cajon intensiviert.

Bilge-Kagan Gökce (9c) hatte die Saz, ein Saiteninstrument mit langem, schlanken Hals und sehr rundem Korpus mitgebracht und gab eine traditionelle Volksweise aus der Türkei zum Besten. Die Rhythmen wurden immer schneller, bauten aufeinander auf, gingen ineinander über, die Akkorde und Harmonien waren interessant und faszinierend. Am liebsten wäre man aufgestanden und hätte mitgetanzt.

Mit „Petite Suite“ von Claude Débussy brachten Uta Lanske und Michael Müller ein Werk des Impressionismus zu Gehör. Besonderes verspricht die Musik von Débussy immer, wenn sie für Klavier komponiert ist (hier sogar zu vier Händen), hat doch der Komponist es verstanden, das Klangspektrum des Instruments neu aufzufassen, so dass fast malerische Effekte zustande kommen. Die beiden Interpreten verwöhnten ihre Zuhörer mit diesem musikalischen Leckerbissen, der noch lange innerlich nachklang.

Der den Abend beschließende Beitrag war die Sonate op. 43,1 von B. Romberg, vorgetragen  von Victor Sievert (7b), der aufgrund einer Handverletzung seiner Mutter auf eine Klavierbegleitung verzichten musste. Wie schon bei seinen solistischen Vorgängern war der Vortrag nicht minder beeindruckend, und das begeisterte Publikum applaudierte auch diesem Künstler lang und ausgiebig.

Sicherlich sprach Frau Kraus im Sinne aller Anwesenden, als sie den jungen Künstlerinnen und Künstlern ihre Hochachtung vor soviel Können und ihre Begeisterung nach so vielen schönen Tönen aussprach. Auch ihr Dank an Frau Jörger, Frau Klose, Frau Riehle und Herrn Müller für die Organisation dieses Abends wurde vom Publikum durch einen weiteren Applaus unterstrichen. Als ganz besondere Würdigung versprach sie einen neuen Klavierhocker, der eigentlich anlässlich des dritten musischen Abends eingeweiht werden könnte...

Uta Lanske & Die Fachschaft Musik