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NCYMUN 2017 - Bericht der Lehrerinnen

Was haben Somalia, Südsudan, Norwegen, Myanmar und die Schweiz mit dem Fichte-Gymnasium und Nancy zu tun? Die Antwort lautet: NCYMUN!

Wie kann ich meinen Horizont erweitern und die Welt kennenlernen? Durch Reisen in die verschiedensten Ecken der Welt sicherlich am allerbesten. Durch Begegnungen mit Menschen aller Herren Länder. Wenn ich mich einlasse auf die Sichtweise anderer Länder.

Oder indem ich mir die Welt ins Wohnzimmer hole und über Film, Buch, Internet kennen lerne. Ganz besonders spannend ist, beides miteinander zu kombinieren: Verreisen UND sich intensiv mit der Lebenswelt in einem Land zu befassen.

Dies haben 12 Schülerinnen und Schüler des Fichte-Gymnasium anlässlich der 2. NCYMUN-Konferenz vom 12. Bis 14. November 2017 getan. Hinter dieser zunächst sperrigen Abkürzung versteckt sich „Nancy – Model United Nations“, eine Simulation von Verhandlungen im Rahmen der Vereinten Nationen, organisiert vom Lycée Jeanne d’Arc. Nach intensiver Vorbereitung durch ihre Englischlehrerin Frau Junkert schlüpften sie in Kostüm, Anzug und Krawatte und repräsentierten folgende Länder: Brasilien, China, Indien, Indonesien, Italien, Jemen, Kenia, Myanmar, Paraguay, Somalia, Südsudan sowie Venezuela. Die gesamte Verantwortung für Organisation und Durchführung lag, soweit irgend möglich, in der Hand der Schülerinnen und Schüler des Lycée Jeanne d’Arc, und das Gelingen hing in hohem Maß von der Vorbereitung der Delegierten ab, die aus Luxemburg, Figueras/Spanien, Straßburg und Karlsruhe angereist waren. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Nancy erarbeiten sie in verschiedenen Komitees und in verschiedenen Sprachen Resolutionen zu den 17 SDGs, den 17 von der UN festgelegten Zielen zur nachhaltigen Entwicklung für 2030.

Doch bevor es richtig zur Sache ging, wurde die Veranstaltung offiziell im historischen Großen Saal des Rathauses, wunderschön gelegen im 1. Obergeschoß mit Blick auf die Place Stanislas, eröffnet. Der stellvertretende Schulbürgermeister begrüßte die 400 Delegierten und die Lehrkräfte, Mme Beaudeux vom …. Desgleichen, die Abgeordnete Carole Grandjean, die Generalkonsulin für Österreich in Straßburg Erika Bernhard, die Inspectrice générale für Englisch Valérie Lacor und schießlich der Schulleiter des Lycée Jeanne d’Arc Frédéric Schwalm. Schließlich begrüßte die Generalsekretärin Eva van Dam, Schülerin des Lycée Jeanne d’Arc alle Anwesenden und eröffnete die die erste Arbeitsphase, die darin bestand, in den verschiedenen Kommites Lobbyarbeit zu betreiben, konkret: Netzwerke zu knüpfen, die Stimmung zu sondieren, Unterstützer zu gewinnen und Entscheidungen anzubahnen.

Die dann erarbeiteten Resolutionen wurden am Ende jedes der beiden Arbeitstage in einer UN-Vollversammlung präsentiert, kurz debattiert und verabschiedet, gemäß dem offiziellen Procedere der UN. Wussten Sie, dass sich die Redner jeweils nicht mit „ich…“ zu Wort melden, sondern mit „die Delegation von Land XY…“? Und dass alle anderen mit: “sehr verehrter Delegierter“ oder „sehr verehrte Delegierte“? Diese Etikette war für die Schülerinnen und Schüler natürlich sehr gewöhnungsbedürftig, aber ebenso wie sie in die formelle Kleidung geschlüpft waren, fanden sie sich sehr schnell in ihre Rollen ein. Was dabei herauskam waren zwar keine Patentrezepte und Ideallösungen, um die Welt zu retten. Aber das war auch nicht das Ziel der Veranstaltung, sondern der Weg war das Ziel: sich einarbeiten in ein neues Thema, die Perspektive und die Interessen einer anderen Nation kennenzulernen und zu verteidigen, andere Positionen zu respektieren, von der Sache her hart aber im Umgangston stets höflich zu verhandeln. Und dies alles obendrein in einer Fremdsprache.

Dies alles war nur möglich durch die großzügige Gastfreundschaft der gastgebenden französischen Familien und Kollegen und die nicht nur ideelle Unterstützung des Lycée Jeanne d’Arc, die für mehr als günstige Rahmenbedingungen gesorgt hatten, nicht zuletzt sehr gutes Mittagessen in der Schulkantine und delikate Häppchen am Abend. Dank gebührt auch der Ville de Nancy und der Stadt Karlsruhe, die ebenfalls Zuschüsse gewährt haben.

Ach so, erwachsene Begleitpersonen waren natürlich auch dabei, in diesem Falle die Autorinnen des Artikels:

Uta Lanske & Julia Raab