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Organtransplantationen als Chance: Der zweite Geburtstag

Am 20.09.2019 hatte der Biologie-Profilkurs, K2, besondere Gäste: Monika Gimberlein und Günter Gerich beantworteten alle Fragen rund um das Thema Organspende, das im Rahmen der Unterrichtseinheit Immunbiologie behandelt wurde. Beide Gäste haben die Organspende persönlich durchlebt und schon vor Jahren die Niere eines Spenders erhalten. Diese besondere Erfahrung teilten sie mit dem Kurs, wodurch die Schülerinnen und Schüler ganz besondere Einblicke in das Leben eines Organempfängers erhielten. Es wurde deutlich, dass eine Organspende ein Prozess ist, der das ganze Leben des Empfängers auf Dauer beeinflusst, da beispielsweise ständig Medikamente eingenommen werden müssen, die Nebenwirkungen mit sich bringen, engmaschige medizinische Kontrollen nötig sind und der Körper durch die dauerhafte Einnahme der Medikamente beeinträchtigt wird. Außerdem müssen bestimmte Schutzmaßnahmen getroffen werden, so haben Transplantierte durch die Einnahme von Cortison z.B. ein höheres Risiko für Hautkrebs und dürfen sich nur wenig der Sonne aussetzen.

Trotz alldem zeigten sich Fr. Gimberlein und Herr Gerich sehr dankbar dafür, dass sie die Chance bekamen, mit einem Spenderorgan ein neues Leben zu beginnen. Tatsächlich feiern beide den Tag der Organtransplantation als ihren zweiten Geburtstag, Herr Gerich betonte, dass dieser Tag eine fast größere Bedeutung hat als sein ursprünglicher Geburtstag. Die neue Niere ermöglicht ihnen beiden nun schon seit Jahrzehnten ein Leben, das ohne die Spende nicht möglich gewesen wäre. Die Ersatztherapie (Bauchfell-Dialyse) ist zeitintensiv, kostet Kraft und kann ein funktionierendes Organ nicht ersetzen. Interessant fanden die Schülerinnen und Schüler auch, dass ein Transplantierter seine eigenen Nieren behält (solang keine medizinische Notwendigkeit besteht, diese zu entfernen) und somit drei Nieren im Körper trägt. Frau Gimberlein erwähnte noch einen besonderen Umstand: Als sie ihre Niere erhielt, wurde im gleichen Krankenhaus die zweite Niere des Spenders transplantiert, mit deren Empfängerin sich Frau Gimberlein in Kontakt setzte. Über Jahre hinweg hatte sie eine „Nierenschwester“, zu der sie bis zu deren Tod Kontakt pflegte.

Diese außergewöhnliche Geschichte zeigt, dass eine schwere Erkrankung Menschen auch zusammenbringen kann. Beide Gäste sind ehrenamtlich im Verein „Interessengemeinschaft Nierenkranker Nordbaden e.V.“ tätig und engagieren sich dort zusammen mit und für Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen.

Der offene und völlig neutrale Umgang von Frau Gimberlein und Herr Gerich mit dem Thema Organspende ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern sich selbst ein Bild über diese schwierige Thematik zu machen. Ein Besuch, der zum Nachdenken anregte.

Zoe Kuhn, Mareike Farber, Monika Schaeffer